Wolfgang Mischnick
WIESBADEN – Am 29. September 2011 wäre der verdienstvolle FDP-Politiker Wolfgang Mischnick 90 Jahre alt geworden. Aus Anlass dieses Tages erklären der Landesvorsitzende der FDP Hessen, Jörg-Uwe HAHN, und der Kreisvorsitzende der FDP Frankfurt, Dirk PFEIL:
„Wir erinnern uns an einen großen Demokraten, der mit außerordentlichem Einsatz für die liberale Idee in Deutschland gekämpft hat. Unabhängig von allen seinen zahlreichen Ämtern und Erfolgen war das Menschliche für Wolfgang Mischnick stets Maßstab all seines Denkens und Handelns. Dieses Vermächtnis werden wir in ehrenvoller Erinnerung bewahren und als Verpflichtung begreifen.“
Mischnick war ein Liberaler der ersten Stunde. Er gehörte 1945 zu den Gründern der liberalen Partei Deutschlands in seiner Geburtsstadt Dresden. Nach erheblichen Konflikten mit der SED und der sowjetischen Besatzungsmacht erfolgte 1948 die Flucht über Berlin nach Frankfurt am Main.
In Hessen fand er ein neues Zuhause. Mischnick engagierte sich als Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der FDP in seiner zweiten Heimatstadt Frankfurt (1956-1961 und 1964-1968), war Mitglied des Hessischen Landtags (1954-1957, ab 1955 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion) sowie hessischer Landesvorsitzender (1967-1977). 1957 wurde Mischnick Mitglied des Deutschen Bundestages. 1961 bis 1963 gehörte er als Minister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte der Bundesregierung an. Und als Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion von 1968 bis 1991 war Wolfgang Mischnick an wichtigen Weichenstellungen in Deutschland maßgeblich beteiligt. Er gehörte zu den Wegbereitern einer neuen Deutschland- und Ostpolitik.
„Mischnick ist immer ein Politiker gewesen, der an die deutsche Wiedervereinigung geglaubt hat. Das Schicksal der Menschen im Osten hat ihn immer besonders bewegt. Mit der deutschen Einheit und dem Zusammenschluss der Liberalen in Ost und West ist für ihn ein Traum Wirklichkeit geworden“, so Hahn.
Von 1987 bis 1991 war Wolfgang Mischnick außerdem Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung. In seiner Freizeit engagierte sich Mischnick für seine Eintracht. Er war bekennender Fan des Fußballvereins Eintracht Frankfurt.
„Die Chance zur Gemeinsamkeit erhalten, nicht die Schlagzeile zur Bedeutung zu bringen“, das sagte Wolfgang Mischnick anlässlich seiner Auszeichnung mit der Paulskirchen-Medaille durch den hessischen Landesverband am 25. Januar 1986 in Frankfurt. Als Ehrenvorsitzender der FDP Hessen (seit 1977) war er als liberales Urgestein eng mit der Partei verbunden.
Wolfgang Mischnick war ein Mensch, der mit Recht und Stolz von sich sagen konnte, dass er niemals aufgegeben hat, auch nicht in einer schwierigen Lage. Das, was er erreicht hat, repräsentiert eine Lebensleistung, die der FDP viel gegeben hat“, sagte Pfeil.
Der Kreisvorsitzende der FDP Frankfurt und Schatzmeister der FDP Hessen, Dirk Pfeil, wird am 29.09.2011 um 09:00 Uhr einen Kranz zu Ehren des 90. Geburtstags von Wolfgang Mischnick am Grab Mischnicks auf dem Friedhof in Kronberg im Taunus in der Frankfurter Straße niederlegen. Er wird begleitet von Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Gerold Dieke, Stiftungsratsvorsitzender der Karl-Hermann-Flach-Stiftung.