24.07.2007 | Jörg-Uwe Hahn: „Hessens Wirtschaft braucht eine mittelstandsfreundliche Politik sowohl in Berlin als auch im eigenen Bundesland.“

Sommerreise Jörg-Uwe Hahn

Der Schwerpunkt der traditionellen Sommerreise von FDP-Landes- und Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn ist in diesem Jahr der Besuch mittelständischer Unternehmen – vor allem in Süd- und Mittelhessen.

In seiner Heimatstadt Bad Vilbel besuchte der FDP-Spitzenkandidat gestern das Familienunternehmen Hassia. Hahn informierte sich über die Situation des Unternehmens in wirtschaftlicher Hinsicht aber auch in Bezug auf die Arbeits- und Ausbildungsplatzsituation. Besonders hervorzuheben sei, so Hahn, dass das Unternehmen deutlich über die Vorschriften hinaus jugendliche Auszubildende aufgenommen habe. Alleine in das Werk nach Chemnitz seien 45 Auszubildende geschickt worden.

Vom Hassia-Seniorchef, Günter Hinkel, erfuhr Hahn, dass die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn vor allem die Mehrwegabfüller getroffen habe. Hahn erklärte dazu: „Die FDP hat die Aufnahme von Mineralwasser in die Rubrik der zur Grundversorgung gehörenden Lebensmittel beschlossen und fordert daher den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %.“ Hahn kritisierte in diesem Zusammenhang die Politik von Ministerpräsident Roland Koch, der die Maßnahmen der Bundesregierung wie die Unternehmenssteuerreform und die Mehrwertsteuererhöhung im Bundesrat mitgetragen habe.

Als zweites Unternehmen besuchte Hahn InfectoPharm in Heppenheim. Es ist ein relativ junges Unternehmen, das vor 20 Jahren von Dr. Manfred Zöller gegründet wurde. Auslöser war sein Wunsch, Arzneimittel für Kinder herzustellen, die nicht mehr so schlecht schmecken. Mit 99 Angestellten und 3 Auszubildenden gehört InfectoPharm zum Mittelstand. Hahn lobte insbesondere: „Das Modell der Beteiligung der Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist beispielhaft und zeigt, dass eine Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen möglich ist.“ Dem Modell nach erhalten die Mitarbeiter 5 % des Gewinnes – das waren in den letzten beiden Jahren zusätzlich zu dem normalen Gehalt nochmals 3,5 Monatsgehälter.

Mit besonderem Interesse erkundigte sich Hahn nach den Problemen des Unternehmens nach Angeboten einer Kinderkrippe. „Lobenswert ist es, wenn das Unternehmen 100.000 Euro in die Hand nimmt, um gemeinsam mit der Stadt eine Kinderkrippe zu errichten. Allerdings sind die Stolpersteine dieses Projektes zu beklagen. Wir hoffen nun, dass mit dem Roten Kreuz als Mitstreiter eine tragfähige Lösung für die im Unternehmen arbeitenden Männer und Frauen gefunden werden kann.“

Als drittes Unternehmen besuchte Hahn die Firma ecim in Groß-Gerau. Das Marketingunternehmen besteht seit 14 Jahren und beliefert die Musikindustrie mit Marketingprodukten wie z.B. T-Shirts. Hahn interessierte sich hier insbesondere für die Produktion der Textilien, die vor allen Dingen in China und Istanbul geleistet wird. „Das Unternehmen zeigt, dass auch kleine Betriebe an der globalisierten Wirtschaft erfolgreich teilnehmen können.“

Hahn zeigte sich erfreut, das ecim sich für den Standort Groß-Gerau entschieden habe. Der geschäftsführende Gesellschafter, Markus Emig, erklärte, Groß-Gerau sei wegen der guten Anbindung an den Flughafen und die Autobahn ein idealer Standort. Er sei auf die Luftfracht, also auf die Ware aus dem Ausland, angewiesen.

Hahn wird seine Reise durch Hessen in den kommenden Tagen sowie im August in Nordhessen fortsetzen. Er wies abschließend darauf hin: „Wirtschaftspolitik ist eine Querschnittsaufgabe. Wir Liberale wollen uns dafür einsetzen, dass es in Hessen wieder mehr Dynamik und Schwung in der Wirtschaft gibt. Der Mittelstand, vor allem die vielen Familienunternehmen, sind das Rückrat der hessischen Wirtschaft. Sie sorgen für Ausbildungsplätze und denken nicht in Quartalsberichten, sondern in längerfristigen Perspektiven.“