Konsequenzen aus Katastrophe in Japan
Wiesbaden/Hofheim - Eine „tiefgreifende Kurskorrektur“ in der Atompolitik und „eine Rückkehr zum Ausstiegsplan aus der Kernkraft, verbunden mit einer sofortigen Abschaltung der sicherheitstechnisch fragwürdigen Altanlagen“ hat der stellvertretende hessische FDP-Vorsitzende Hans-Jürgen Hielscher gefordert.
„Nachdem jetzt in Japan das eingetreten ist, was nach Ansicht sogenannter Experten nie hätte passieren dürfen, muss man grundsätzlich die Frage stellen, ob eine Korrektur nicht der einzig richtige Weg ist“, sagte Hielscher, der auch Umweltdezernent des Main-Taunus-Kreises ist und als früherer Landtagsabgeordneter an der Biblis-Debatte beteiligt war. „Eine solche Apokalypse, die gerade in Japan eintritt, muss die moralisch-ethische Frage aufwerfen, ob wir nicht eine völlige Neubewertung des sogenannten Restrisikos vor dem Hintergrund des Versagens von technischen Systemen vornehmen müssen, an dessen Ende die Erkenntnis steht: diese Technik ist nicht hinnehmbar und muss durch andere Energieträger, insbesondere der regenerativen Energie ersetzt werden, sagte Hielscher. „Kein Experte hätte gedacht, dass alles schiefgeht, was schiefgehen kann und was in Japan ein Erdbeben und ein Tsunami war, das könnte hier ein Flugzeugabsturz und menschliches Versagen sein“, so Hielscher. „Man muss auch die Kraft haben, dass nach der SPD, die vor Jahren ihre Position zur Kernkraft geändert hat, auch die FDP ihre Position im Lichte der schlimmen Ereignisse verändert“, erklärte Hielscher.Das bedeutet natürlich auch einen Fahrplan zu erstellen, wie das so geschehen kann, dass "nirgendwo die Lichter ausgehen", sagte Hielscher. Gleichwohl müsse man bereit sein, die volkswirtschaftlichen Kosten aufzubringen und einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen über die Folgen wie z.B. den Ausbau neuer Leitungsnetze, fossiler Energieträger wie Staudinger oder die Einrichtung von Windparkanlagen, so Hielscher. „Da müssen dann auch alle Parteien Farbe bekennen und zeigen, ob sie vor Ort die Konsequenzen tragen".