Eklatanter Wortbruch der hessischen SPD
Den heute vom Landesvorstand der hessischen SPD gefassten Beschluss, dass sich Andrea Ypsilanti als Ministerpräsidentin einer Rot-Grünen Landesregierung von den Linken wählen lassen werde, bezeichnete der FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende, Jörg-Uwe Hahn, als besorgniserregend. "Wir sind entsetzt, dass Hessen zum Experimentierfeld für Rot-Rot-Grün werden wird. Leider fühlen wir uns in unseren Warnungen vor der Wahl vor einem solchen wirtschaftsfeindlichen Bündnis bestätigt. Die hessische SPD ist verantwortlich für das Erstarken der Linkspartei, sie begeht einen verantwortungslosen Wortbruch - auch an ihrer eigenen parteipolitischen Geschichte."
Hahn kritisierte auch die von Andrea Ypsilanti als selbstverständlich eingenommene Rolle als Wahlsiegerin. "Es gibt keinen eindeutigen Wahlsieger nach der Landtagswahl vom 27. Januar 2008. Auch wenn Frau Ypsilanti die SPD aus dem Tal der Tränen geholt hat, kann sie daraus nicht selbstverständlich den Anspruch auf den Ministerpräsidentenposten herleiten."
"Zum Glück ist noch nicht aller Tage Abend. Zum einen ist noch nicht ausgemacht, dass Kritiker innerhalb der SPD wie etwa Jürgen Walter oder auf Bundesebene Peter Struck doch noch die Kumpanei mit den Postkommunisten verhindern werden. Zum anderen gilt es, um weitere Regierungsoptionen in Hessen zu kämpfen", so Hahn weiter.
Hahn erklärte, dass es im Interesse der hessischen Liberalen sei, sich engagiert für eine Jamaika-Koalition in Hessen einzusetzen: "Wir sehen nach wie vor große Übereinstimmungen in den Punkten Bildung, Energie, Wirtschaft und Finanzen. Diese gilt es, zunächst einmal auszuloten."
Hahn zeigte sich bestätigt, dass nach der jüngsten Emnid-Umfrage eine übergroße Mehrheit der FDP-Wähler den Kurs der hessischen FDP unterstützt. Demnach halten 62 % das Nein der hessischen Liberalen zu einer Ampelkoalition aus FDP, SPD und GRÜNEN für richtig, nur 28 % sind einer anderen Ansicht.