Bildungspolitik
GIESSEN - Der Landesvorstand der hessischen FDP hat sich bei seiner heutigen Sitzung mit der bundesweit geführten Debatte um eine mögliche Abschaffung der Hauptschulen beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurden auch Zentralisierungsbestrebungen im Bildungsbereich, die es in der Bundes-FDP gibt, diskutiert und klar abgelehnt. Während der Sitzung in Gießen erklärte Jörg-Uwe HAHN, Vorsitzender der FDP Hessen:
Zur Hauptschuldebatte erklärte Hahn, der auch stellvertretender hessischer Ministerpräsident ist:
„Für uns sind beim Thema Schule die Schüler entscheidend und nicht die Schulform. Wir haben in Hessen sehr gut funktionierende Hauptschulen. Diese werden wir mit Sicherheit nicht zwangsweise abschaffen. Das wäre nicht im Sinne der Jugendlichen, die diese Schulen besuchen. Im Gegenteil: Wir würden damit nur für mehr Schulabbrecher sorgen.“
Rund die Hälfte der Auszubildenden im Handwerk hätte heute einen Hauptschulabschluss. Aktuell beklage Handwerkspräsident Otto Kentzler über 20.000 offene Lehrstellen. Da hätten auch schwächere, motivierte Schüler eine Chance. Es gäbe in Hessen auch nicht - wie immer falsch behauptet würde - vier Hauptschulen, sondern 268 Schulen mit diesem Bildungsgang. Daher sei für die hessische FDP ganz klar:
„Wir stehen für Vielfalt und guten Unterricht. Wir vertrauen Schülern und Eltern. Von ihnen kommen Schulentwicklungen von ganz allein. Diese Entwicklungen dürfen nicht von den Politikern oktroyiert werden, die meinen zu wissen, was vermeintlich vor Ort notwendig sein könnte. Ideologische Schulformdebatten, auch um eine Einheitsschule, lehnen wir ab.“
Im Vorfeld des FDP-Bundesparteitags, der am 12. November in Frankfurt am Main stattfindet und sich schwerpunktmäßig mit der Bildungspolitik beschäftigt, machte der Diskussionsprozess im hessischen Landesverband am heutigen Vormittag auch deutlich, dass die hessische FDP Zentralisierungstendenzen, die es innerhalb der Bundes-FDP gibt, nicht mitträgt. Dazu sagte Hessens FDP-Chef Hahn:
„Eine zentralstaatliche Verlagerung von Kompetenzen des Landes Hessen an den Bund wird es bei der Bildung mit der FDP Hessen und dieser Landesregierung nicht geben. Wir sind gerade in diesem Bereich Verfechter des Föderalismus. Denn er ist ein Garant für einen notwendigen Wettbewerb, den wir brauchen, um gute Bildungspolitik im Sinne der Schülerinnen und Schüler zu erreichen.“