28.12.2010 | Jörg-Uwe Hahn: Bedeutende Liberale prägten und prägen Hessen

65 Jahre FDP Hessen

Wiesbaden – „Vor 65 Jahren (29.12.1945) wurde in Frankfurt die hessische FDP gegründet. Ohne die Liberalen wäre die Entwicklung des Landes Hessen anders verlaufen, egal ob in der sozialliberalen Koalition oder in den Koalitionen mit der CDU. In den letzten 65 Jahren haben viele namhafte hessische Liberale für ihre freiheitlichen Ziele im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gekämpft und konnten sowie können dabei deutliche Erfolge vorweisen. Diesen Persönlichkeiten sind wir dankbar“, so Jörg-Uwe Hahn, Landesvorsitzender der FDP Hessen.

Hahn verwies ausdrücklich auf die Verdienste seiner Vorgänger wie Ruth Wagner,
Dr. Wolfgang Gerhardt, Ekkehard Gries oder Wolfgang Mischnick. Sie hätten seit den 60er Jahren den Landesverband immer erfolgreich geführt.
 
Mit dem Vorsitz von Wolfgang Mischnick (1967 bis 1977) habe sich die hessische FDP zu einer liberalen Reformpartei entwickelt, die auf die Programmatik der Bundespartei erheblichen Einfluss nahm.
 
Mit dem ersten Generalsekretär, dem Journalisten der Frankfurter Rundschau Karl-Hermann Flach (1970 bis 1973), hätte die hessische FDP entscheidenden Anteil an den „Freiburger Thesen“ gehabt und damit an der programmatischen Erneuerung der gesamten Partei.
 
Die 70er Jahre seien wesentlich von dem unvergessenen Wirtschaftsminister Heinz- Herbert Karry geprägt worden. Er habe sich unter anderem für den Wiederaufbau der Alten Oper in Frankfurt und für den Bau der Startbahn West des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens eingesetzt. Seine Ermordung am 11. Mai 1981 in der Zeit der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung um den Bau der Startbahn West habe nicht nur die FDP, sondern auch die gesamte deutsche Politik erschüttert.
 
Dr. Wolfgang Gerhardt habe nicht nur als Landesvorsitzender Maßstäbe gesetzt, sondern auch als Bundesvorsitzender und er setze sie nach wie vor als Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie als Bundestagsabgeordneter.
 
In allen seinen Funktionen sei auch Dr. Hermann Otto Solms zu einer Instanz der FDP
geworden. Er sei Vordenker in der Finanzpolitik und dies nicht nur, weil er den Stufentarif für das Steuersystem entwickelt habe.
 
Ruth Wagner bezeichnete Hahn als „eine große Kämpferin für die Freiheit“. Nur wenige könnten auf so eine Lebensleistung zurückblicken wie Wagner. Egal ob als Stadtverordnete in Darmstadt, Landesvorsitzende der hessischen FDP oder als stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen sowie hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst: alle politischen Ebenen in unserem Bundesland hätten Ruth Wagner viel zu verdanken. Sie vertrete bis heute leidenschaftlich ihre politischen Vorstellungen und habe spürbar sowie sichtbar zum Wohle der Hessinnen und Hessen Politik gestaltet.
 
„Und natürlich hätte die Bundes-FDP eine andere Entwicklung genommen, gäbe es nicht immer wieder Personen und Persönlichkeiten aus unserem Landesverband, die engagiert ihre Ideen in die Debatte einbringen und für diese, wenn nötig auch streitbar, eintreten und sie natürlich auch versuchen umzusetzen“, erklärte Hahn.
 
Die Gründung der hessischen FDP am 29.12.1945 in Frankfurt sei auch der Grund, warum die hessischen Liberalen ihre runden Geburtstage in der Paulskirche in
Frankfurt am Main feierten. „Daher werden wir in fünf Jahren - nach dem 40., 50. und 60. Geburtstag - auch wieder den 70. Geburtstag in der Paulskirche feiern. Denn mit diesem Symbol für Freiheit verbinden wir Liberale die Grundlagen für einen demokratischen und liberalen Rechtsstaat in Deutschland.“