03.11.2008 | Jörg-Uwe Hahn: „Karl-Hermann Flach: Verfechter eines politischen aufklärerischen Diskurses zwischen Medien und Politik.“ - FDP-Generalsekretär und Chefredakteur der Frankfurter Rundschau

35. Todestag von Karl-Hermann Flach

Anlässlich des 35. Todestages von Karl-Hermann Flach am 25. August diesen Jahres würdigte der FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn die außerordentlichen Verdienste des hessischen Liberalen, der weit über die Grenzen des Bundeslandes durch seine Tätigkeit als Politiker und Journalist in der Funktion als stellvertretender Chefredakteur der Frankfurter Rundschau wirkte. „Karl-Hermann Flach war politischer Meinungsführer eines gesellschaftlichen Reformliberalismus in den Jahren ab 1964 bis zu seinem Tode 1973. An der Schnittstelle zwischen Politik und Publizistik setzte er sich für die liberale Idee ein, die für ihn auch immer an das Soziale gebunden war. Allerdings setzte er sich auch deutlich von sozialistischen Bestrebungen linker Parteien ab, denn im Sozialismus fehlte ihm die Eigenverantwortung des Individuums. Gleichermaßen haderte er mit dem Kapitalismus, der für ihn ebenfalls Entwicklungen zu ständiger Ungleichheit aufzeichnete. Er kritisierte die Oberschicht und damit auch Politiker, die ihre Privilegien mit allen Mitteln zu verteidigen versuchten. Der moderne Liberalismus folgte für ihn als ein dritter Weg aus Sozialismus und Kapitalismus.“

Hahn erinnerte an die Grundhaltung des Politikers und Publizisten Flach, der seine Arbeit der Aufklärung verpflichtet sah und den Begriff prägte von der „treuhänderisch wahrgenommenen Bürgerfreiheit“, der er sich verantwortlich fühlte.

Mit seinem Tod am 25. August 1973 habe die FDP eine Integrationsfigur verloren, die die auseinanderstrebenden Flügel der Partei zwischen linksorientierten Jungdemokraten, konservativen Mittelständlern und Bildungsbürgern hätte zusammenhalten können, führte Hahn abschließend fort.

Am 25. August wird Karl-Hermann Flach an seinem Grab in Bötzingen am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bedacht. Dort wird die Landesvorsitzende Birgit Homberger, MdB, und Ernst Burgbacher, MdB, zugegen sein.

Lebenslauf Karl-Hermann Flach
Geb. am 17. Oktober 1929 in Königsberg
1946   Eintritt in die LDP (später LDPD)
1948/49 Volontär, später politischer Redakteur bei der LDP-Zeitung Norddeutsche Zeitung in Schwerin
1949   LDP-Landesvorstand Mecklenburgs
1949   Flucht aus der DDR nach West-Berlin, Eintritt in die FDP
1949 bis 1953 Studium der Politikwissenschaften an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, Abschluss Diplom
1954 bis 1956 Wirtschafts- und sozialpolitischer Redakteur in Frankfurt am Main und Bonn
1956   Mitarbeiter der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Bonn
1957   Bundestagswahlkampf im Wahlkampfteam Walter Döring
1959 bis 1962 Bundesgeschäftsführer der FDP und Wahlkampfleiter Bundestagswahlkampf 1961 unter Parteivorsitz Erich Mende
1962 Rückzug aus der Politik und Redakteur der Frankfurter Rundschau, zuletzt war er geschäftsführendes Mitglied der Redaktionsleitung und Prokurist des Druck- und Verlagshauses
1971 Rückkehr Flachs in die Politik, Generalsekretär der FDP unter Parteivorsitz Walter Scheel
1971   Veröffentlichung des Buches „Noch eine Chance für die Liberalen“
   Ausarbeitung der Freiburger Thesen
1972 Mitglied des Deutschen Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion
Mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit bei der Frankfurter Rundschau